Wärmebrückenberechnung nach DIN 4108

WärmeWärmebrücke im First fließt stets vom höheren zum niedrigeren Temperaturniveau. Im Bereich von Wärmebrücken tut sie das besonders gut. Wärmebrücken entstehen zwangsläufig beim Aufeinandertreffen unterschiedlicher Bauteile der Gebäudehülle, wie in etwa am Deckenauflager, am Fensteranschluss oder an der Traufe - um nur einige Beispiele zu nennen. Es gibt auch geometrisch bedingte Wärmebrücken wie z.B. die Außenwandecke. Durch die größere Außenwandfläche gegenüber der Innenwandfläche entsteht hier ein negative Wärmebrücke. Dies kommt einer detaillierten Wärmebrückenberechnung bzw. der Energiebilanz zu Gute. Oftmals werden Wärmebrücken auch als Kältebrücken bezeichnet. Dies ist jedoch nicht korrekt, da die Physik nur Wärme kennt. 

 

In der EnEV-Berechnung dürfen die Auswirkungen von Wärmebrücken in der Gebäudehülle pauschal berücksichtigt werden. Hierzu existieren folgende Möglichkeiten:

 

 

Pauschaler Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,15 W/(m²K) - bei überwiegender Innendämmung. Ein Thema z.B. im Denkmalschutz, wenn die Außenfassade nicht gedämmt werden darf. Für den Neubau also eher uninteressant.
Pauschaler Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,10 W/(m²K) - kein weiterer Nachweis erforderlich. Der mittlere U-Wert der thermischen Hüllfläche wird um 0,10 W/(m²K) erhöht. Oftmals ein K.O.-Kriterium für das Erreichen des KfW-Effizienzhaus 55 - Standards!
  Pauschaler Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,05 W/(m²K) - unter Berücksichtigung der Detailvorgaben der DIN 4108 Beiblatt 2: 2006-3. Es ist ein Gleichwertigkeitsnachweis erforderlich. Gelingt der Nachweis, wird der mittlere U-Wert der thermischen Hüllfläche um nur 0,05 W/(m²K) erhöht. Der KfW-Effizienzhaus 55 - Standard wird meist erreicht.